27. Juli

Paddeltour auf dem Stråken

Reisen heißt leben, leben heißt entdecken. In Gränma, einem kleinen Städtchen direkt am Vätternsee wird das Geheimnis gelüftet , wie die Zuckerstangen "Polargris" ihre typischen Streifen bekommen. An allen Ecken und Enden gibt es diese berühmten rotweißen Zuckerstangen. Ganze Autokolonnen und Menschenreihen bahnen sich ihren Weg durch die langgezogene von Touristen bevölkerte Promenade. Das bunte Treiben und der Trubel sind uns aber alsbald zuviel. Also geht es weiter. Auf dem Weg zu unserem nächsten Ziel, dem Tiveden Nationalpark, entscheiden wir uns spontan zu einer 2tägigen Paddeltour. Der 30 km lange und schmale See Stråken scheint sehr geeignet. In der Mitte des Sees, bei Mullsjö, erhalten wir am nahegelegenen Campingplatz für 150 SEK ( 24 Std.) 2 Paddel und die Option uns am 5 min. entfernt gelegenen Strand ein beliebiges Boot auszusuchen. Nur nicht das Grüne, dieses würde immer sinken. Erstaunt stellen wir fest, daß nicht nur das Grüne sondern eine Vielzahl der Boote Schäden aufweisen. Nur die Leichtmetall-Kanadier scheinen intakt. Unter den Augen interessierter Sonnenanbeter, die den Strand dicht bevölkern, lassen wir das Boot zu Wasser. Auf dem See legen wir bei mäßigem Tempo eine Strecke von 12 km zurück. Richtung Norden. Ein paar Motorboote kreuzen unseren Weg, anderen Paddlern begegnen wir nicht. Es ist ein schönes Gefühl auf dem Wasser dahinzugleiten.
Am frühen Abend steuern wir einen auf der Karte verzeichneten Lagerplatz an, stellen das Zelt auf, entfachen ein Feuer und erklären allen neugierigen Fluginsekten den Krieg. Erschöpft aber glücklich fallen wir in unser "Feldbett".

 

28. Juli

Stellt euch vor, man liegt noch ganz schlaftrunken, eingehüllt in einen Schlafsack in einem gemütlichen Zelt und wird langsam wach. Die aufgehende Sonne schickt ein ruhiges, warmes Licht durch das Innenzelt. Der Tau liegt noch auf dem Gras. Die Luft ist frisch - nur die dünne Zeltwand trennt uns von der Natur da draußen. Keine Menschenseele weit und breit. Wir baden am frühen Morgen im See. Langsam, ganz langsam heißt uns der Tag willkommen. Nach einem ausgiebigen Frühstück beschließen wir diesen einsamen Platz zu verlassen und paddeln zurück. Mittlerweile sind wir ein eingespieltes Team, auch das Steuern klappt viel besser. Nicht gekentert und vollzählig erreichen wir schließlich das Ufer. Schnell ist das Boot an Land gezogen. Es ist unerträglich heiß und wieder tummeln sich Sonnenhungrige am kleinen Sandstrand. Wir duschen, steigen ins Auto und fahren weiter gen Norden - nach Tiveden - unserem eigentlichen Ziel. Da wir seit Tagen offen fahren (der absolute Vorzug eines Cabrio) sind wir gerne mit dem Auto unterwegs.
Auf Empfehlung unseres Reiseführers steuern wir den Hadders Camping(Platz) an. Und in der Tat, uns wurde nicht zuviel versprochen. Ein sehr schöner Platz direkt am See. Viele deutsche Touristen haben hier ihr Lager aufgeschlagen - alle auf Empfehlung des Reiseführers? - wer weiß. Ein wenig abseits und wieder einmal in der Nähe des campingeigenen Spielplatzes lassen wir uns nieder. Das Kochen auf einer Gasflamme nimmt immer raffiniertere Züge an. Heute gelingt uns eine ausgezeichnete Reispfanne. Bier und Wein lassen unsere Glieder schwer werden.

Info:
Hadders Camping ist ein Familiencampingplatz mit drei Sternen direkt am Strand des Undensees. Das Besitzerehepaar Kjell und Maud Hadders spricht deutsch. Es gibt eine große Grünfläche mit ca. 60 Stellplätzen, die Hälfte mit Stromanschluss, für Wohnwagen und Zelte und großen sauberen WC- und Duschanlagen
Maud und Kjell Hadders
S-69597 Tived
Tel.: +46584474083
e-mail: maud@hadders-camping.se