29. Juli

Tiveden

Die tiefen verwunschenen Wälder Tivedens gehören zu den wildesten Waldgebieten Südschwedens. Laut Volksglauben hausen in diesem geheimnisvollen und gefährlichen Waldgebiet Trolle und verzauberte Kobolde. Viele, von Aberglauben geprägte Sagen verbindet der Volksmund mit diesem Gebiet.

Tiveden ist aber auch die Welt der Gewässer mit dem Vättern See als Pulsader einer sprudelnden Quelle. Im Nationalpark Tiveden soll sich der Wald zum Urwald weiterentwickeln können; die vorhandenen Waldbestände konnten sich während der letzten Jahrzehnte, unbeeinflußt durch die Waldwirtschaft frei entwickeln. Derart große, zusammenhängende Gebiete mit alten Waldbeständen sind in Südschweden selten. Vor 900-1400 Mill. Jahren, als die Erdkruste aufriß und die Senke des Vättern entstand, barst auch das Granitgestein Tivedens. Risse durchzogen das Gebiet in karoförmigem Muster. Andere Gesteinspartien erhoben sich zu schroffen, hohen Steilwänden. Diese geol. Formationen verleihen dem Nationalpark seine Eigentümlichkeit.

Gegen Mittag erreichen wir das Touristinfo des Nationalparks. Von hier ausgehend gibt es insgesamt 25 km gekennzeichneten Wanderweg, die Rundwanderungen zwischen 1,5 und 15 km ermöglichen. Was uns hier erwartet ist wunderschön. Urwüchsig und wild zeigt sich das Gelände. Festes Schuhwerk ist absolut notwendig! Mehr kletternd als wandernd bewegen wir uns durch unwegsames Terrain. Auf dem Stenkälla machen wir Pause und genießen den wunderschönen Ausblick. Für den 2 km langen Rundkurs Stenkälla, der zum Teil durch schwieriges Gelände führt benötigen wir 1,5 Std. Berauscht von der Natur beschließen wir am morgigen Tag eine erneute Tour. Dann soll es zur Trollkirche gehen.

30. Juli

Die Trollkyrkarunde ist ca. 6 km lang und teilweise recht unwegsam. Ein kurzer aber anstrengender Teil führt über Stock und Stein in den unberürtesten Teil des Gebietes. Während der Wanderung sieht man weder Spuren von Maschinen, von Holzerntearbeiten noch von sonstigen menschlichen Eingriffen aus jüngerer Zeit.

Einigen deutschen Touristen begegnen wir. Manchmal rufe ich zur Sicherheit: " Troll oder Mensch". Erhalte aber immer die Antwort: Mensch! Einmal sind wir uns nicht ganz sicher. Irgendwie sehen die doch ganz trollig aus. Nach genau 3 Stunden erreichen wir unseren Ausgangspunkt.

Auf dem Rückweg zum Campingplatz müssen wir unsere Vorräte auffüllen. Wir fahren nach Askersund einem Kleinstadtidyll mit Klappersteinmarktplatz und einem kleinen Hafen. Im "Konsum" können wir günstig einkaufen. 45 min. später erreichen wir bei strahlendem Sonnenschein unseren Zeltplatz. Es windet. Das ideale Wetter zum Drachensteigen. Bei unserem abendlichen Schmaus planen wir die nächsten Tage und beschließen spontan am nächsten Morgen unsere Zelte abzubrechen und Stockholm einen Besuch abzustatten. Eigentlich sollte Stockholm unser letztes Reiseziel sein. Doch scheint die Westküste Schwedens lt. Reiseführer mit seinen kahlgeschliffenen Felsen, unzähligen kleinen Inseln und Schären interessanter für die Rückfahrt in 2 Wochen. So schieben wir Stockholm, und den damit verbundenen Abstecher zur Ostküste jetzt schon ein.
31. Juli

Nach gut 200 km (den größten Teil legen wir auf der E20 zurück) erreichen wir Stockholm.