5.August

Årjäng

Einkaufen + Tanken. Wir möchten immer noch wild campen. Doch haben wir keinen Erfolg. Nach kurzer Suche geben wir auf und steuern den Sommarvik-Campingplatz in Årjäng an. Ein sehr schöner Platz auf leicht abschüssigen Gelände. Nicht sonderlich voll erwischen wir das erste Mal einen Zeltplatz mit Blick auf den See. Nach anstrengenden Tagen fühlen wir uns recht aufgehehoben.

6.August

Nach einer zerrauften Nacht beginnen wir den Tag recht erwartungsvoll. Auch scheint die Sonne den Kampf mit den bösen, fetten Wolken zu gewinnen. Es geht uns gut und ein wenig Ruhe kehrt ein. Wir schreiben Karten und wollen im Laufe des Tages ins Glaskogen Naturreservat - zum Wandern. Wir frühstücken äußerst delikat, sodaß wir für die kommenden Touren gewappnet sind. Alles scheint hier seinen Lauf zu nehmen. Und wir sind Teil dieses großen Ganzen. So soll es sein.

Glaskogen Naturreservat

Das Gebiet ist eins der Schönsten in ganz Värmland, mit außerordentlich vielfältiger und abwechslungsreicher Flora und Fauna. Hier gibt es kilometerlange Wanderwege und Kanustrecken für sowohl längere als auch kürzere Touren. Das Naturschutzgebiet ist ca. 28000 ha groß, mit Wanderwegen von ges. 300 km Länge. Im Herzen vom Glaskogen liegt Lenungshammer - ein Dorf mitten im Wald mit etwa 30 Einwohnern. Lennungshammer dient als Ausgangspunkt für mehrere Wanderwege, die sich über das Naturschutzgebiet verzweigen.

Die Strecke von Årjäng nach Glaskogen - ca. 30 km - wurde schon im Reiseführer als nichts für Autofetischisten beschrieben, aber daß es so schlimm kommt, dachten wir nicht. Immer im 1 oder 2 Gang, Schlaglöcher, Spurrillen, 10%ige Steigungen. Endlich im Glaskogen angekommen legen wir zu Fuß eine 11 km lange Strecke zurück. Ein sehr schönes Wandergebiet, aber nicht ganz so urwüchsig wie der Tiveden.
Abends am Campingplatz wartet eine Überraschung auf uns. Die beiden Radler aus Bonn, die wir in Stockholm kennengelernt haben, stehen mit ihrem weißen Bulli direkt gegenüber auf einem Stellplatz. Es gibt ein freudiges Wiedersehen mit großem Hallo. Später gesellt sich zu unserer Viererrunde vor unserem Zelt noch eine Paddlerin aus Hambug dazu und ein weiteres Pärchen von gegenüber. Es ist ein sehr kommunikativer und netter Abend. Erst der plötzlich einsetzende Regen treibt gegen 24.00 Uhr die Runde auseinander.